sessio 09 // the bravery - unconditional

I just want, I just want to love
I just want

Something, something for nothing
Yeah, something, something for nothing
‘Cause I’m a beggar and a chooser
I’m accused and accuser
But nothing’s unconditional

the bravery besingen einen paradoxen ort: eine unmögliche liebe, eine nicht erreichbare wirklichkeit - von der her allein leben möglich ist. es ist dieser unmögliche ort, der licht auf das gute leben wirft - auf beziehungen, durchzogen von anerkennung, auf verhältnisse, getragen von zuspruch. das vertraute mantra dieser vision: i just want love - aber paradoxal qualifiziert: als something for nothing. genau hier nistet die unmöglichkeit, in der aushebelung der gängigen abhängigkeits- und tauschverhältnisse - während man doch selbst teil davon ist, sie befeuert, ihrer bedarf: accused und immer auch accuser. genauso funktionieren wir: beggar und chooser. und doch ist es nur diese unbedingte liebe, von der her geglücktes leben aufreißt - in kostbaren lichtblicken, in kurzen momenten.

eben das kann man selbst nicht herstellen, gerade diese position kann man selbst nicht beziehen: eine solche liebe ist an der eigenen identität nicht ablesbar und nicht von ihr abzuleiten - das kleine bisschen richtiges leben kann aus dem falschem nicht destilliert werden, selbst hundert durchläufe ergeben nichts hochprozentiges, die jungfrauengeburt stellt sich nicht ein. worum es geht, ist eine unmögliche existenz: zwei naturen in einer person, unbedingte liebe in bedingten verhältnissen, unconditional love in conditonal worlds - eine christologische denkfigur, die sich vom lyrischen ich her entwickelt: es ist nicht zu denken. es geht nicht ohne.