sessio 02 // madsen - immer mehr

Das ist keine Liebe,
das sind nur noch Phrasen.
Wir glauben uns nichts mehr,
es gibt nichts mehr zu sagen.
Doch ich halte mich an dir fest,
ich lass dich nicht mehr los,
denn so sind wir es ja gewohnt.

Das Problem ist bekannt: Die Sprachen, in denen man sich und seine Beziehungen einst eingerichtet hat, verlieren ihre Wohnlichkeit - die Farbe blättert, die Böden werden rissig, die Möbel sind zerschlissen. Man bleibt, aber nur mehr aus Gewohnheit. Die Begriffe gehen an dem vorbei, was man erlebt, es klafft eine Lücke zwischen etablierter Sprache und erlebter Realität, die Slogans, die handlichen Beschwörungen alter Zeiten, nur dürftig übertünchen können.

Hier zeigt sich auch ein Problem der Theologie: Etablierte Gottessprachen können ihre Signifikanz verlieren. Die neuscholastischen Frage-Antwort-Schemata etwa verfangen nirgends mehr, sie sind existentiell blind geworden - nur mehr Phrasen, an denen man sich aus Gewohnheit vielleicht noch ein wenig festhält, die aber nicht tragen. Auch hier: Die Lautstärke, den ein Event herstellt, kann aber das Problem der Phrase nur überspielen.